Software besiegt Pokerprofis

(Werden in Zukunft Maschinen an den Pokertischen sitzen?)
Die Welt der Informationstechnologie ist inzwischen schon so weit, dass die künstliche Intelligenz die besten Poker Spieler ohne grosse Mühe besiegen kann. Die neue Software – die sogenannte „Pluribus" – schafft es dank den Forschern Noam Brown und Tuomas Sandholm, ganz neue Dimensionen zu erreichen.

5 Profis und das Programm spielten dabei in insgesamt über 10 000 Poker Runden gegeneinander. Die gespielte Variante dabei war die beliebteste und am meisten verbreitete „No Limit Texas Hold'em. Die genauen technischen Daten und der genaue Ablauf dieser Spielrunden veröffentlichten die Forscher vor ein paar Wochen in der Zeitschrift „Science". Dieser Vorstoß in der Software Technologie ist erstaunlich, da man noch nicht so schnell daran geglaubt hatte.

Eine Erweiterung der bisherigen Programme

Zwar gab es schon zuvor einzelne Programme, welche speziell dafür programmiert wurden, dass diese einen Spieler beim Pokern schlagen könnten. Diese waren aber mehr darauf programmiert, gegen einen Spieler zu spielen und nicht gegen fünf andere. Auch war die Gewinnquote bei den vorherigen Softwares eher gering und nicht so beständig wie die Software Pluribus.

Die besonderen Anforderungen für das Programm werden durch eine vergrößerte Spieleranzahl stets komplexer und schwieriger zu meistern.

Die Forscher ließen deswegen die Software zuerst gegen sich selbst spielen. Dies wurde so ausgebaut, dass diese Software mit fünf verschiedenen Versionen von sich selbst spielte. Das Resultat war dabei eine ausgewogener. Zudem ließen die Forscher verschiedene Versionen der Software gegeneinander spielen – wobei sich immer die neuste Version durchsetzte.

Neben dem eigentlichen Ziel, dass die Software gegen 5 Poker Profis spielen sollte, wurde auch das umgekehrte versucht. 5 Maschinen gegen einen Poker Profi. Bei allen Ausführungen war der Computer der klare Favorit und setzte sich öfters in Prozenten gemessen, durch.

Welche Folgen dies für Casinos haben wird, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Die Software ist nicht öffentlich erhältlich und daher besteht auch keine Gefahr, dass sich ein Online Spieler davon nutzen machen kann.

Parallelen zu anderen KIs

Vergleicht man diese Poker KI mit künstlichen Intelligenzen aus anderen Bereichen – zum Beispiel beim Schach die „Deep Blue" Software, welche den damaligen Großmeister Garri Kasparow besiegte. So sieht man auch hier gewisse Parallelen und eine Erweiterung des Menschlichen Könnens. Zwischen diesen beiden Softwares liegen 20 Jahre unterschied – man denke also nochmals 20 Jahre in die Zukunft und was alles möglich sein wird.

Wie funktioniert die Software Pluribus

Die Software errechnet wie jeder guter Poker Profi die genauen Gewinnchancen anhand der vorhandenen Karten. Dabei werden die Karten in der eigenen Hand mit denen auf dem Tisch liegenden und öffentlichen Karten verglichen und ausgerechnet, wie viele Karten und vor allem welche sich wo befinden könnten. Da ein Programm dies viel schneller schafft und auch konsistent diese Berechnungen durchführt, weiß so eine Software immer genau, wann eine Spielrunde aufzugeben ist und wann man All-In gehen muss.

Genau dies macht die Maschine so gefährlich und siegreich. Es fehlt die menschliche und emotionale Konstante, welche bei den Poker Profis vorhanden ist. Mit diesen Eigenschaften liegen die Gewinnchancen bei der Software.

Autor: Tomas Maier